Fotografie na klar – aber Menschen?

Die können doch weglaufen!

Das zumindest ist meine Antwort gewesen, als mich letztes Jahr Anja fragte, was ich denn so fotografiere. Der Grund für diese Antwort war, dass ich davon überzeugt bin, dass meine Fotografie eben meine ist und das nicht vereinbar, mit den Ansprüchen Einzelner. Eine Blume oder Irlands Landschaft zu knipsen hat zwei Vorteile:

Erstens: sie laufen ziemlich wahrscheinlich nicht weg und wenn doch, beschweren sie sich wenigstens nicht über mangelhafte Leistung. Meine Selbstzweifel waren also groß. Meine Vorbilder sind es eben auch.

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Dabei habe ich außer Acht gelassen, dass ich als fotografische Begleitung bereits Hochzeiten fotografierte, Fotoshootings mitveranstaltet habe und auch bei Events bereits einiges üben und lernen konnte. Dazu kamen noch Familienveranstaltungen und einzelne private Fotos. Warum also zweifeln? Von einem notwendigen Know how kann ich doch ausgehen.

Was ich tatsächlich erst recht spät im Jahr registriert habe ist, dass ich innerhalb 2017 eine Menge Menschen vor der Linse hatte und viele davon sogar aus purer Absicht.

Dass ich immer wieder Komplimente und herzliche Dankeschön erhalte, zeigte mir, dass ich an dem Punkt bin, meine Zweifel entgültig zu überdenken. Herr Wintersonnenblende bemüht sich seit Jahren um meine „Karriere“ und das damit verbundene Seelenheil, indem er mich immer und immer wieder darauf hinweist, was ich im Gegensatz zu anderen besser mache.

Ebenso übt er Kritik und zeigt mir meine Fehler, vor allem in der Bearbeitung, auf. Ich bezeichne es als mein personal Training und bin unglaublich dankbar für diese Möglichkeit. Schleichwerbung (klick)

So viel Energie, die im meine Person gesteckt wird, muss etwas bedeuten. Auch mein Liebster ist der Überzeugung, dass ich im vergangen Jahr ein Vielfaches an Energie in die Fotografie gesteckt habe, als in die geplanten Projekte Studium und Schreiben.

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Und er muss es wissen, denn er bekam jeden Tag mit, wie ich hin und hergerissen wurde und zumindest metaphorisch von einem Fuß auf den anderen sprang. In mir wuchs eine innere Abwehr. Ich möchte doch selbst entscheiden, wen ich fotografiere und vor allem wie. Also sagte ich allen, ich würde das nicht mehr tun.

Zuvor hatte ich bereits ein Fotoshooting mit Baby und ein großes X-Wingturnier begleitet. Besonders Letztes hatte fast 40 Stunden Nachbearbeitung gekostet, was mich noch eher zu diesem Ausspruch brachte, derartiges nicht zu wiederholen.

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Und dann kam der Tag, an dem ich „nur zur Sicherheit“ meine Kamera zur Hochzeit meiner besten Freundin mitnahm. Das war selbstverständlich abgesprochen. Die alten Erinnerungen kribbelten in mir und ich wollte doch so gern noch einmal nebenher laufen dürfen um die Fotos zu machen, die dem engagierten Hochzeitsfotografen entgehen würden.

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Der hier zu sehende Babybauch sollte natürlich auch auf Bildern festgehalten werden. Ich war sehr froh, als meine Beste mir erzählte, dafür eine professionelle Fotografin vor Ort ausgesucht zu haben. Damit war ich fein raus.

Als dann aber die Nachricht kam, dass der Termin kurzfristig nicht stattfinden konnte, nahm ich den Notruf wahr und fuhr kurzentschlossen noch einmal nach Köln um mit den wenigen vorhandenen Leuchtmitteln und im Raum, doch noch irgendwie ein Babybauchshooting zu organisieren. Und was ein Glück, denn diese Zeit kommt einfach nicht wieder. So konnten wir Erinnerungen schaffen.

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Ebenfalls eine Anfrage, die ich nicht ablehnen konnte war die von Julenka, welche im vergangenen Jahr ihre Schauspielausbildung abschloss und nun dringend Fotos für Bewerbungen und ihre Schauspielerseite bei der Agentur benötigte.

Ich versuchte ihr zu verdeutlichen, dass ich dafür sicherlich nicht die Richtige sei, doch sie war fest entschlossen und sprach sich aufgrund meiner letzten Fotoarbeiten dafür aus, dass ich das machen solle.

Vor dem Auftrag hatte ich eine Menge Respekt. Doch ich sagte mir, dass es den Versuch wohl wert wäre.

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Und es war goldrichtig. Sie hatte eine Menge Geduld mit mir, dafür nahm ich mir die Zeit, ihre Wünsche umzusetzen. Und so bekamen wir gemeinsam das Ergebnis, was wir wollten.

Besonders in der Nachbearbeitung konnte ich mich austoben und auslassen und probieren und lernen und ich merkte schnell, ich brauche Photoshop für einige Details und so kam eins zum anderen. Ich lernte Photoshopbasics, beschäftigte mich noch mehr mit meiner Kamera und als ich dann zum Geburtstag und zu Weihnachten auch noch die fehlenden Objektive (Teleobjektiv und Portraitlinse) bekam, konnte man die Zeichen nicht mehr ignorieren.

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Und so stehe ich nun an dem Punkt, dass ich mich frage, wohin soll es gehen? Die Selbstzweifel sind größtenteils, auch durch die Reaktionen der tollen Menschen, die in meine Arbeit vertrauen, passé. Ich weiß nun, dass ich auf meine spezielle Art und Weise gut darin bin und es schon deswegen gut wird, weil mein Herz in jedem Projekt mit dran hängt.

Also Zukunft, ich bin bereit, ich will fotografieren und die individuelle Schönheit von Menschen zeigen.

Bereits jetzt sind erste Projekte geplant und ich freue mich schon sehr, diese umzusetzen.

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Auch werde ich weiterhin Gelegenheiten und Events nutzen, um meine Fähigkeiten zu verfeinern. Ich freue mich drauf!

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4 Gedanken zu “Fotografie na klar – aber Menschen?

  1. Es ist absolut toll, mitzuerleben, wie Du Dich weiterentwickelt hast. Von einer Izzy Belle, die ihre erste Kamera in den Händen gehalten und sich noch um die richtigen Einstellverhältnisse zwischen Blende, Zeit und ISO kümmern musste, hin zu einer selbstbewussten Izzy Belle, die so grandiose Fotos macht, dass schon sehr oft ein „WOW, was für ein tolles Foto“ über unsere Lippen gekommen ist. Geh Deinen Weg weiter, Du kannst alles erreichen….

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  2. Ich bin sooo stolz auf dich das du deine Träume wahr machst. Deine Patentochter steht dir natürlich für Übungs Zwecke zur Verfügung 😂😂🙈😉😘😘 mach weiter so! Ohne dich gäbe es keine Babybauchfotos. Ich habe dich wahnsinnig doll lieb .

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